Musikverein "Eintracht" 1928 Wagenschwend e.V.
Musikverein "Eintracht" 1928 Wagenschwend e.V.

26.04.2020 Musik verbindet eben auch mit Abstand

In einigen Gemeinden im Kreis trotzen Musikensembles den Corona-Einschränkungen mit gemeinsamen Freiluft-Konzerten

Neckar-Odenwald-Kreis. (ub/gin) Auf dem Notenständer hat Gerhard Schäfer außer Taktstock und Notenblättern noch eine Uhr und sein Smartphone arrangiert. Es ist Sonntagabend, kurz vor 18 Uhr. „Liebe Musikerinnen, liebe Musiker, noch zwei Minuten“, wendet sich der Dirigent an von ihm selbstgeschätzte 45 bis 50 Mitglieder des Musikvereins „Eintracht“ Wagenschwend, mit denen er per „Zoom“ verbunden ist, einem Kommunikationsinstrument für Gruppen. Unter ihm im Garten warten vier Familienmitglieder mit Blasinstrumenten auf das Zeichen zum Anfang. 
Punkt sechs Uhr zählt Schäfer zwei Mal „1,2,3,4 – 1,2,3,4“ und legt los. 
Seit dem 22. März trotzen die Wagenschwender Musikfreunde den Einschränkungen, die auch ihnen durch das Corona-Virus auferlegt wurden und spielen dagegen an – von den Balkonen, vor den Haustüren, in Gärten, auf den Gehwegen.

 

Ein paar Schritte von Schäfers Anwesen entfernt haben sich weitere Vereinsmitglieder sogar die typischen grünen Polohemden angezogen, noch ein Stück weiter unten in der Hauptstraße stimmen Mitglieder des katholischen Kirchenchors in die Hymne ein. Wäre sie ein Marsch, würde das Sprachbild vom „Marsch blasen“ noch besser passen, sagt die Redewendung doch aus, dass ein widerspenstiges Wesen mit verbalen Mitteln verjagt werden soll.

 

So wie der Schiller’schen Text der Ode – „Alle Menschen werden Brüder“ – zur Eintracht aufruft, so verstehen auch die Wagenschwender Blasmusiker ihr Engagement als „Zeichen der Solidarität und Hoffnung“, beschreibt Gerhard Schäfer das Anliegen und gibt drei Strophen lang den Takt an. Was ein bisschen schwierig ist, da seine Anweisungen App-bedingt leicht zeitversetzt draußen bei den anderen ankommen. Anfangs haben die Frauen, Männer und Jugendlichen einstimmig gespielt, aber dann hat Schäfer eine zweite Stimme geschrieben, und die schallt nun unter anderem aus der Tuba von Schwiegersohn Clemens Brauch zwischen den Obstbäumen herauf. Am Abend des Ostersonntags, für das der Musikverein traditionell zum großen Konzert einlädt, bekam die Ode musikalische Gesellschaft in Form von drei weiteren, teils selbst geschriebenen Stücken.  „Wir machen das ja auch für unseren Verein“, wollen die Musikbegeisterten so lange gegen Corona anspielen, bis der Spuk vorüber ist.

Mit musikalischer Eintracht gegen Corona im Kreis und in der Welt: 
Dirigiert Gerhard Schäfer unten musizierende Enkel, Tochter und Schwiegersohn sowie überall im Dorf einstimmende Vereins- und Chormitglieder die „Ode an die Freude“. 
Foto: Ursula Brinkmann

In anderen Odenwald-Dörfern tut man’s ihnen gleich. Was sich von Italien aus verbreitet hat (und kein Virus ist!) inspirierte etwa auch Menschen im Elztaler Ortsteil Auerbach. Ortsvorsteher Stefan Sauter-Schnabel findet „ganz toll“, was drei Musiker in der Sonnenhalde schon Ende März begonnen haben und inzwischen etliche Menschen im Dorf begeistert. Die beiden freiberuflichen Musiker Christian Fütterer (Gitarre) und Rainer Dettling (Schlagzeug) spielen sonntagabends zusammen „Balcony Music“ auf Fütterers Balkon. Anfangs und unterstützt durch einen dritten Musiker war es die Europa-Hymne, dann folgte Rockiges und Poppiges von Ed Sheeran bis Bruno Mars, wobei sich die beiden Instrumentalisten gesanglich von Musikschülerinnen ergänzen lassen. Einem schönen Virus gleich findet die Balkonmusik immer mehr Zuhörer aller Altersgruppen. Er sei am Sonntagabend hin und weg gewesen, gesteht Ortsvorsteher Sauter-Schnabel. In der knapp ein Kilometer langen Sonnenhalde können die Menschen den Klängen mit dem gebührenden Abstand lauschen.

 

Abstand halten können auch jeden Sonntagabend die Nachbarn der Fronz Metallbau GmbH in Asbach. Auf dem Firmengelände spielte Walter Engelhardt, Musiklehrer für Blechblasinstrumente der Musikschule Mosbach, am vergangenen Sonntag bereits zum fünften Mal die Trompete. Seine Konzerte dauern im Schnitt zwischen einer Viertelstunde und 20 Minuten. „Ich spiele gerne um 18 Uhr hier, würde es aber noch lieber unter anderen Bedingungen tun“, teilte Engelhardt seinem Publikum mit. Sein Programm wechselt von Woche zu Woche. Während auch er mit der „Ode an die Freude“ sein Spiel beginnt und vollendet, griff er in bislang auch andere Hymnen sowie irische Weisen auf. Zu Ostern spielte er ein kirchliches Programm.

 

„Es sind zwar nicht viele Zuhörer vor Ort“, berichtet Engelhardt, „die Musik ist aber weit hin zu hören. So haben alle was davon.“ Nach seinen Angaben spielen auch noch drei oder vier andere Musiker in Asbach jeden Sonntag auf. Spielen von Balkonen oder Terrassen. Jeder hat dabei ein eigenes Programm. Was für nächsten Sonntag geplant ist, will Engelhardt noch nicht verraten. „Eventuell könnte es in Richtung ,Spirituals’ gehen“, lässt er sich aber entlocken. Auf jeden Fall dabei sein, wird aber auch hier wieder die Europahymne: „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt“, eine Aussage, die verbindet. Auch in den Gemeinden des Kreises.

(Quelle: RNZ 28.04.20)

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Termine 

Orchesterproben im Juli

03.07.20, 20 Uhr Holz

10.07.20, 20 Uhr Blech

17.07.20, 20 Uhr Gesamtprobe

24.07.20, 20 Uhr Gesamtprobe

31.07.20, 20 Uhr Gesamtprobe

 

21.07.20, 20 Uhr DGH, Ausschusssitzung
26.07.20, 10.15 Uhr Kirche Balsbach, Erstkommunion

02.08.20, 10 Uhr Fahrradtour
14.08.20, 15.30 Uhr Wanderung

 

 

Terminplan

 

Orchesterproben

wegen Covid-19 nur eingeschränkt möglich

(siehe Termine)

 

Proberaum im DGH

Dorfgemeinschaftshaus

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